Mittelsächsisches Theater

Mittelsächsisches Theater

Beschreibung:
Freiberg - das älteste Stadttheater der Welt
Anschrift:
Theater Freiberg
Borngasse 1
09599 Freiberg
Tel.: (03731) 35820
Fax: (03731) 23406
E-Mail:
freiberg@mittelsaechsisches-theater.de
Homepage:
http://www.mittelsaechsisches-theater.de
Aktueller Spielplan: Eventik.de

Herzlich willkommen im Theater!

Bild: Theater Außenansicht
Theater Freiberg Außenansicht
© Theater Freiberg

Seit 1790 geht im Haus am Buttermarkt regelmäßig der Vorhang auf, und seitdem auch die dem Theater gegenüber liegende Nikolaikirche zu einer Konzert- und Veranstaltungshalle geworden ist, ist hier ein kleines Kulturforum entstanden.

Bauhistorisch gehören Kirche und Theater ohnehin zusammen: der Theaterbau nämlich entstand in einem Bürgerhaus, das 1623 im Auftrag des Amtspredigers von St. Nikolai entstanden war. 1790 wurde dieses Gebäude dann zu einem Theater umgebaut - Ecksteine am Buttermarkt weisen jedoch noch heute auf den alten Kern des Gebäudes hin. Schnell zeigte sich schon damals, dass mit Kunst kein Geld zu verdienen war: 1791 verkaufte der Privatbesitzer sein Theater an die Stadt Freiberg, die sich seitdem für das Theaterleben der Region (mit) verantwortlich zeigt. Das heutige Ensemble des Mittelsächsischen Theaters ist stolz darauf, im ältesten Stadttheater der Welt beheimatet zu sein - frühere Gründungen existieren heute entweder gar nicht mehr, oder sie sind in Neubauten übergesiedelt. Musikgeschichtliche Bedeutung erlangte das neue Theater schon kurz nach der Eröffnung: 1800 weilte der junge Carl Maria von Weber mit seinem Vater einige Monate in Freiberg, und im Theater am Buttermarkt kam die erste dramatische Komposition des 14-jährigen Komponisten zur Uraufführung: "Das (stumme) Waldmädchen". Die Aufführung war allerdings kein großer Erfolg, und die lange verschollene Partitur tauchte erst kürzlich in einem St. Petersburger Archiv wieder auf.

Bild: Zuschauerbereich
Zuschauerbereich im Theater
© Theater Freiberg

Im Laufe seiner 200-jährigen Entwicklung hat sich das Freiberger Theater immer weiter ausgebreitet; dem einstigen Wohnhaus am Buttermarkt wurde das ganze Häusergeviert Richtung Obermarkt, zwischen Buttermarkt, Weingasse, Borngasse und Enger Gasse, angeschlossen. Von Außen entsteht noch immer der Eindruck eines Häuserblocks mit verschiedenen Gebäuden, innen aber gibt es Gänge, Türen, überbaute Innenhöfe, so dass in dem Häuserblock heute Werkstätten und Büros, Magazine, Probenräume und eine Studiobühne Platz finden - alles Räume, die im Theater des 18. und 19. Jahrhunderts nicht erforderlich waren: Regie im heutigen Sinne kannte man nicht, alle Stücke spielten in einer handvoll Standarddekorationen - "Wald", "Schloss", "Ärmliche Stube", "Prunkvoller Saal" -, und eine Premiere wurde nach wenigen Stellproben herausgebracht.

Nachdem Mitte des 19. Jahrhunderts sogar ein Abriss in Erwägung gezogen worden war, wurde das Theater 1880 umgebaut und erweitert. Weitere Erweiterungen folgten in den nächsten Jahren. Nach dem 2. Weltkrieg, den das Theater unbeschadet überstanden hatte, wurde bereits im Sommer 1945 wieder gespielt; 1951 jedoch wurde das Theater aus baupolizeilichen Gründen geschlossen, und es erfolgte eine umfassende Renovierung.

Bild: Friedrich Schillers Drama "Don Carlos"
Friedrich Schillers Drama "Don Carlos"
© Theater Freiberg

Der nächste Umbau stand 1986 an, und auch durch die Wende wurden die Bauarbeiten nicht langwierig verzögert, so dass nach einigen Interimspielzeiten die Wiedereröffnung zum 200. Geburtstag des Stadttheaters im Jahre 1991 stattfinden konnte. In den letzten Jahren wurden sanitäre Anlagen und Brandschutzeinrichtungen erneuert, für den Besucher jedoch bleiben die Spuren der letzten 200 Jahre erkennbar: Das Theater bietet in seiner Architektur einen Querschnitt durch die Jahrhunderte: die Ecksteine und die versteckte Lage in den engen Altstadtgässchen erinnern an die Ursprünge; der Zuschauerraum stellt sich in der neoklassizistischen Pracht des späten 19. Jahrhunderts dar, als der Architekt Robert Börner sich am Dresdner Theaterbau Gottfried Sempers orientierte und die stolzen Freiberger Stadtväter, wenn auch in viel kleinerem Maßstab, dem Dresdner Hoftheater etwas entgegensetzen wollten. Die Giebelinschrift "Die Kunst gehört dem Volke" erinnert an die ersten DDR-Jahre, und auch die Foyers sind heute noch im schlichten Stil der 50er Jahre gehalten. Die Studiobühne, die neben dem Malsaal durch die Überdachung eines ehemaligen Innenhofs entstand, ist dagegen ebenso wie die auf dem Dach entstande Terrasse deutlich ein Kind des späten 20. Jahrhunderts.

Bild: Giacomo Puccinis Oper "La Bohème"
Giacomo Puccinis Oper "La Bohème"
© Theater Freiberg

Auch der aktuelle Spielplan des Mittelsächsischen Theaters spiegelt diese Vielfalt wieder. Das Schauspielensemble hat Schillers "Don Carlos" im Repertoire; im Mozart-Jahr spielt das Musiktheater "Idomeneo" und "Die Hochzeit des Figaro": alles Werke aus der Entstehungszeit des Theaters Ende des 18. Jahrhunderts. Aber auch Klassiker des 20. Jahrhunderts, Brechts "Leben des Galilei", Lorcas "Bernarda Albas Haus" oder "Intermezzo" von Richard Strauss, werden natürlich gezeigt, und in der Studiobühne, aber auch im Konzertbereich stehen auch zeitgenössische Werke und Uraufführungen auf dem Programm.

Das Freiberger Theater ist heute Stammhaus der "Mittelsächsischen Theater und Philharmonie gGmbH"; Gesellschafter sind die Städte Freiberg und Döbeln und der Landkreis Freiberg. Wesentlich finanziert wird das Theater vom Kulturraum Mittelsachsen. In den traditionsreichen Stadttheatern in Döbeln und Freiberg bietet das Mittelsächsische Theater mit Opern und Operetten, Klassikern und Komödien, Kindertheater und Konzerten ein volles Stadttheaterprogramm; daneben gibt es aber auch zahlreiche Aktivitäten in der Region: Freilichtaufführungen und Kirchenkonzerte, Lesungen in Schulen und Bibliotheken, "Theater im Klassenzimmer" und Auftritte in Rathaussälen.

Theater Freiberg