Rundgang entlang der Stadtmauer
Stationen

- Weg an der Stadtmauer
- 1. Donatsturm
- 2. Donatsfriedhof
- 3. Lazarettturm
- 4. Löfflerschacht
- 5. Wighaus
- 6. Gymnasium Albertinum
- 7. Schwanenschlösschen
- 8. Schloss Freudenstein
- 9. Clemens- Winkler- Denkmal
- 10. Gerichtsgebäude
- 11. Schwedendenkmal
- 12. Postmeilensäule
- 13. "Brauhof"
- 14. Kornhaus
- 15. "Erbisches Tor"
- 16. Wasserturmstraße
Beschreibung

- Donatsturm

- Donatsgasse

- Jakobikirche
Unsere Wanderung beginnt am Donatsturm, er ist 35m hoch und 14m im Durchmesser. Wenn Sie durch das Tor gehen, und die Donatsgasse bzw. Pfarrgasse hinunter schauen, sehn Sie die ältesten Gemäuer der ehemaligen "Sächsstadt". Wenden Sie sich nun wieder um, gegen über sehen Sie den Donatsfriedhof mit seinen zahlreichen kulturhistorischen Grabsteinen. Rechts neben dem Friedhof steht die Jakobikirche und linker Hand führt die Himmelfahrtsgasse zu den Silberbergwerken.
Wir wenden uns jetzt nach links und gehen der Stadtmauer entlang bis wir die Ruine des Lazarett-Turmes erreichen. Hier sind die Überreste der Zwingermauer zu entdecken. Gegenüber liegt das Krankenhaus und ein 1- stöckiges schieferbedecktes Haus, das Huthaus des ehemaligen Löffler-Schachtes. Direkt unter uns liegt der Hauptstollngang, er kreuzt unseren Weg. Nach verlassen des Wallgrabens kommen wir an der 1889 gegründeten Gerberschule vorbei. Das Lederhandwerk war eng mit dem Bergbau verbunden.

- Postmeilensäule
Wir befinden uns nun an der Straßenkreuzung. "Valva Misnensis", das Meißnische Tor, letztes Freiberger Tor bis 1877. 1723 wurde hier, wie an allen fünf Stadttoren, eine Postmeilensäule aufgestellt. Unsere Wanderung geht weiter vorbei am "Unteren Rossmühlenturm", von ihm ist nur noch der Sockel zu erkennen, und dem "Oberen Rossmühlenturm". Letzterer erinnert an eine Begebenheit im 30- jährigen Krieg. 1639 hatten, bei einem Angriff auf die Stadt, hier die Schweden unter General Baner tiefe Breschen in die Mauer geschossen, wurden aber von den Freiberger Verteidigern erfolgreich zurückgeworfen.

- Pestturm

- Wighaus
Ein paar Meter weiter sehen Sie das einzige noch erhaltene Wighaus. Diese Häuser gehörten genau wie die Türme und Mauern zum mittelalterlichen Verteidigungssystem. Während der Pestzeiten wohnte der Pfarrer im Pestturm, den wir jetzt erreicht haben. Etwas weiter sehen wir ein Gebäude, dessen Giebel Teil der Stadtmauer ist. Dieses Gebäude gehörte einst zum Freiberger Franziskanerkloster (Beginn des 13. Jahrhunderts). Es befand sich hinter der Ringmauer. Dieses bauhistorische Kleinod entstand in der 2. Hälfte des 15.Jahrhunderts und diente den Mönchen als Wohngebäude.

- Geschwister- Scholl- Gymnasium
Weiter entlang der Mauer erreichen wir die Geschwister- Scholl- Straße. Von hier sehen wir das Gymnasium Albertinum. Gegründet wurde das Gymnasium 1515 als lateinische Stadtschule. Seit 1875 befindet sich in seinen Gemäuern eine bedeutende Bibliothek mit wertvollen Unikaten. Schüler waren unter anderem Berühmtheiten wie z.B. die Kurfürsten Moritz und August und der Nobelpreisträger Günter Blobel. Er legte hier im Jahr 1954 sein Abitur ab.

- Altschlossturm

- Schwanenschlösschen
Der Altschlossturm ist der letzte Turm vor dem Gemäuer des einstmals kurfürstlichen Schlosses Freudenstein. Rechts davon ist der Kreuzteich, der heute als Gondelteich genutzt wird, mit dem Schwanenschlösschen. Der als Café dienende Pavillon wurde früher von 70 mannstarken Baumstämmen getragen. 1997 baute ein Investor dieses Schlösschen wieder auf, nachdem es 1972 abgerissen wurde. Seit Mai 2000 steht es den Freibergern, und natürlich auch seinen Besuchern, als Café Schwanenschlösschen wieder zur Verfügung. Die drei Kreuzteiche gehörten zu insgesamt 10 Teichen und wurden vermutlich im 13. Jahrhundert angelegt. Sie dienten damals zum ursprünglichen Verteidigungssystem. Im Mittelalter lieferten sie das Aufschlagwasser für die nahe gelegenen Silbererzgruben und Mühlen.
Zwichen der Wallstraße und den Kreuzteichen steht das Werner- Denkmal. Es wurde zu Ehren des Mineralogen A. G. Werner (1749-1817) zu seinem 100. Geburtstag aufgestellt. Einige Meter weiter, abseits der Straße ist der Kreuzbrunnen zu sehen. Er spendet seit 1850 frisches Wasser. In seiner Nähe befand sich früher das Kreuztor. Machen sie einen kleinen Abstecher über den Schlossplatz zur Schlossbrücke und sie können ein Denkmal, welches an die Freiberger Bürger, die an der Revolution in Dresden (1848/49) teilgenommen haben, erinnert. Der Aufstand wurde mit Hilfe preußischen Militärs niedergeschlagen.

- Schloss Freudenstein
Wo heute das Schloss Freudenstein steht, befand sich eine markgräfliche Burg. Ende des 12. Jahrhunderts wurde sie von Markgraf Otto der Reiche zum Schutz des entstehenden Silberbergbaus erbaut. Kurfürst August baute die Burg 1566 zum Schloss um. Da der Kurfürst seine Residenz nach Dresden verlegte, verlor das Schloss an Bedeutung , und wurde zwischen 1784 und 1805 zum Magazin. Das Schloss gehört heute dem Land Sachsen. Unser Weg führt uns weiter entlang der Ringpromenade. Wir sehen das Clemens- Winkler- Denkmal. Clemens Winkler (1838-1904) war Professor für Chemie an der Bergakademie. Er entdeckte 1886 in einem Freiberger Mineral das Element Germanium.

- Schwedendenkmal
Bevor wir den Promenadenteil erreichen, kommen wir an einer kleinen Felsbastei mit Springbrunnen und Wasserfall vorbei. Im Promenadenteil angekommen, sehen wir westlich das Gerichtsgebäude. Das Gebäude wurde 1876/79 errichtet. 1886 fand hier der Prozess gegen August Bebel statt. Auf unserem Weg zum Albert- Park, benannt nach König Albert (1873-1902), steht ein 12 Tonnen schwerer Promenadenstein. Er stammt aus dem Jahre 1907 und ist aus schwedischem Granit. Im Albert- Park angekommen, sehen wir die Freitreppe, den Springbrunnen und einen Spielplatz. Bevor der Park angelegt wurde, befand sich hier der Walkteich, der 1614 angelegt wurde. Für den Parkbau wurde der Teich 1789 trockengelegt. Oberhalb der Freitreppe steht das Schwedendenkmal. Hier war das ehemalige Peterstor.
An den Resten des Rotgießerturms (ganz in der Nähe) erinnert eine Gedenktafel an die Verteidigung dieses besonders umkämpften Mauerbereichs durch den Leutnant der Defensioner Peter Schmohl. Freiberg war die einzige Stadt Sachsens, die von den Schweden nicht eingenommen werden konnte. Das Peterstor wurde von einer Schanze, dem Schneckenberg, eine kleine mit Bäumen und Sträuchern bewachsene Anhöhe, geschützt. Der Schneckenberg ist der Rest dieser Schanze. In Nähe der Kreuzung sind eine Postmeilensäule und Steinpostament zu sehen. Dieses verwitterte Postament ist der Rest einer Martersäule von 1484. Linkerhand steht der steinernen Sarkophag für die Gefallenen des Freiberger Jägerbataillons im 1. Weltkrieg.
Weiter geht es, vorbei am Haus der Demokratie, dem früheren Sitz der "Oberdirektion der königlichen Erzbergwerke". Zur DDR- Zeit war hier die SED- Kreisleitung. Sie war 1989 das Ziel von Demonstrationen der Freiberger Bevölkerung. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite liegt die historische Gaststätte "Brauhof". Die Gaststätte gehörte zum 1850 gegründeten Freiberger Brauhaus. 1996 wurde die alte Brauerei abgerissen und auf der Leipziger Straße neugebaut.

- Kornhaus
Reste der Stadtbefestigung sind entlang der Schillerstraße zu sehen. Zu ihnen gehören der Gelblöwe- Turm, das Kornhaus und der Kalkturm. Noch mit Schießscharten versehen zählt das Kornhaus zu den ältesten Gebäuden der Stadt.

- Erbische Straße
An der Erbische Straße stand bis 1846 das Erbische Tor, das Haupttor von Freiberg, das sich durch Höhe, Umfang und Mächtigkeit hervorhob. In unruhigen Zeiten war die Stadt nur durch dieses Tor zu erreichen. Von hier aus können Sie bis zum Schloss Freudenstein sehen. Damit wird die Ausdehnung einer mittelalterlichen Stadt erkennbar. Bis Mitte des 15. Jahrhunderts war Freiberg die größte Stadt Sachsens. An dieser Kreuzung steht die dritte Postmeilensäule. Sie trägt das königlich- polnische und das kursächsische Wappen. Die Buchstaben "AR" bedeuten: "Augustus Rex" - bezogen auf König August der Starke. Die Entfernungen sind in Stunden- "St" - angegeben. Eine Stunde war eine halbe Postmeile, rund 4,5 km. Auf der gegen überliegenden Straßenseite ist das Hauptpostgebäude. Der Bau wurde 1889 vollendet und diente von da an als "kaiserliches Reichspostamt" und Sparkasse, 1823 gegründet ist sie eine der ältesten Sachsens.

- Hornstraße
Wir überqueren nun die Wasserturmstraße. Hier stand ehemals der Obere Wasserrechenturm, durch den der Münzbach floss. Dieser ist heute verrohrt. Laut Überlieferung sollen hier die Söldner Adolfs 1297 von Nassau, durch Verrat, in die Stadt eingedrungen sein und erobert haben. Unseren Ausgangspunkt, den Donatsturm erreichen wir entlang der Hornstraße. Sie wurde nach einem verdienstvollen Bürgermeister benannt. Die Häuser die Sie entlang der Straße sehen wurden um 1900 nach Abbruch der Mauer errichtet.