Johann Gottfried Silbermann

Im Jahre 1683 in Kleinbobritzsch geboren, gilt Silbermann noch bis heute, als die Figur, die dem mitteldeutschen Orgelbau ein unverkennbares Gesicht verliehen hat. Die Orgeln, die er mit seinem Bruder Andreas Silbermann baute sind als die Silbermann-Orgeln weltweit bekannt.

Bild: Geburtshaus Silbermanns um 1900
Geburtshaus Silbermanns um 1900

Der Vater, Zimmermeister Michael Silbermann, gab ihn bei seinem Paten Jobst in Seiffen in die Lehre als Spielzeugmacher, wo er am ersten Tag davonlief. Auch die Lehre beim Buchbindermeister Fröbel in Frauenstein beendete er nicht. 1702 zog er nach Straßburg, wo er bei seinem Bruder Andreas das Handwerk des Orgelbauers erlernte und so mit dem französisch-elsäßischen Orgelbau in Berührung kam. Nach Abschluss der Lehre, mehrjähriger Zusammenarbeit mit seinem Bruder und seiner Tätigkeit als Orgel- und Cembalobauer in Frankreich kehrte Gottfried 1710 nach Sachsen zurück. Zu dieser Zeit besaß er bereits ein ansehnliches Vermögen, über dessen Herkunft noch gerätselt wird.

Bild: Geburtshaus Silbermanns 2003
Geburtshaus Silbermanns 2003

1712 bezog er sein Wohn- und Werkstatthaus am Freiberger Schlossplatz. Wegen der günstigen Bedingungen für den Bezug der Baumaterialien und für die Kooperation mit zuliefernden Handwerkern lebte und wirkte er bis zum Lebensende hier. Dabei fertigte er nur das Wichtigste in seiner Werkstatt - alles andere wurde direkt vor Ort ausgeführt. Auf Führsprache des Leipziger Thomaskantors, Johann Kuhnau erhielt er den Auftrag zum Bau der Freiberger Domorgel (Große Orgel), die er 1714 fertig stellte. 1723 erhielt Silbermann von Friedrich August I. das Prädikat des Sächsischen Hof- und Landorgelbauers. Ehrenvolle Auslandsaufträge schlug Silbermann aus und beschränkte sein Orgelbauschaffen auf Sachsen und Regionen im heutigen Thüringen und Brandenburg.

Bild: Wohn- und Werkstatthaus Silbermanns
Wohn- und Werkstatthaus Silbermanns in Freiberg, Schlossplatz, heute Sitz einer Bank

Silbermanns Instrumente zeichnen sich durch eine klare, unverkennbare Linie aus - sowohl architektonisch wie auch musikalisch. Von dieser Linie wich Silbermann, dem man eine konservative Haltung nachsagt, zeit seines Lebens nie ab. Bis zu seiner schweren Erkrankung im Jahr 1749 entstanden in seiner Werkstatt 44 Orgeln. Die späteren Werke in Frankenstein und in der Katholischen Hofkirche in Dresden wurden im wesentlichen von seinen Mitarbeitern ausgeführt. Die Leitung des Dresdner Orgelbaus übergab er seinem früheren Schüler Zacharias Hildebrandt.

Silbermann starb am 04. August 1753 während der Bauzeit der Dresdner Orgel in seinem Quartier an der alten Katholischen Hofkirche in Dresden. In Frauenstein bei Freiberg befindet sich heute ein Silbermann-Museum.