Johann Friedrich Mende

Johann Friedrich Mende wurde 1743 als Sohn eines Mühlenbesitzers in Lebusa (Niederlausitz) geboren. Er war ein bekannter deutscher Maschinenbauer der u. a. vermutlich das erste Schiffshebewerk der Welt baute.

1769 nahm er an der Bergakademie Freiberg ein Studium auf. Im gleichen Jahr reiste er in den Harz, wo er u. a. ein Messingwerk und eine Gewehrfabrik besichtigte. Sein besonderes Interesse fand jedoch eine im Bergbau genutzte Wassersäulenmaschine. Zurück in Sachsen, begann Mende mit dem Bau einer Wassersäulenmaschine, die 1769 als erste ihrer Art in den sächsischen Bergbau eingeführt wurde. Neben weiteren Wassersäulenmaschinen baute Mende in der Folgezeit u. a. Pferde- und Wassergöpel, Pumpen, Gebläse, Wehre und Wasserleitungen. 1770 wurde er zum Kunstmeister bei allen sächsischen Bergämtern ernannt. Im Januar 1789 beförderte man ihn zum Maschinendirektor.

Bild: Schild Kahnhebehaus
Schild Kahnhebehaus Halsbrücke
Bild: Kahnhebehaus
Kahnhebehaus Halsbrücke

Aus einem Kunstgraben im Freiberger Bergrevier schuf er einen 5,3 km langen Kanal für den Erztransport auf Kähnen zwischen der Grube "Churprinz Friedrich August" zur Hütte in Halsbrücke. 1788/1789 baute Mende bei Halsbrücke das Rothenfurther Kahnhebehaus, das heute als das erste Schiffshebewerk der Welt gilt. Es bestand aus Unterbecken, Oberbecken und der Hebevorrichtung. Mit Muskelkraft und Flaschenzügen überwand man einen Höhenunterschied von 6,80 m. Bis 1868 wurde mit diesen Hebewerk gearbeitet. Ein weiterer Verdienst Mendes war die Beteiligung an der Schiffbarmachung von den Abschnitten der Saale und der Unstrut.

Den Bau einer Dampfmaschine konnte er nicht mehr vollenden. Er starb am 01. Juli 1798 im Alter von nur 55 Jahren in Freiberg.