Kunz von Kauffungen

Ritter Kunz (Konrad) von Kauffungen wurde um 1410 auf Schloss Kauffungen, heute Teil der Stadt Limbach-Oberfrohna geboren. Er ging in die sächsische Geschichte als Initiator des Altenburger Prinzenraubes ein. In der Nacht zum 8. Juli 1455 geschah eines der legendärsten Verbrechen in der Geschichte Mitteldeutschlands. Der Ritter Kunz von Kaufungen entführte aus dem Schloss zu Altenburg die sächsischen Prinzen Ernst und Albrecht. 14 und 12 Jahre alt waren die Opfer, die einzigen Erben des Hauses Wettin, Söhne des Kurfürsten Friedrich II. Der Tatort war Kunz wohl bekannt, denn hier begann er 1443 seine Beamtenkarriere als kurfürstlicher Burgvogt, sorgte für den Schutz der kurfürstlichen Familie und der Residenzstadt. Wegen seiner Rittertugenden genoss er hohes Ansehen.

Ein paar Jahre später zog Kunz von Kaufungen im Auftrag des Kurfürsten tapfer in den Krieg, wurde verwundet und geriet in Gefangenschaft. Doch statt des ihm zustehenden und erhofften Lohnes erntete der Edelmann nur Verachtung von dem mächtigen Fürsten. Alle Bitt- und Klageschriften auf Entschädigung blieben unbeantwortet. Um sein Recht zu ertrotzen, griff Kunz nach einem über Jahrhunderte bewährten Mittel - der Fehde. Er wollte mit Gewalt sein Recht erzwingen und die Söhne des Kurfürsten so lange in Geiselhaft nehmen, bis die Schadenersatzforderungen erfüllt wurden. Kunz aber verletzte die Regeln des Fehderechts und der Preis, den er für seine Tat zahlen musste, war hoch.

Bild; Kopf am Erker
Kopf am Erker

Während einer Rast konnte Albrecht entkommen und Hilfe herbeiholen. Kauffungen wurde überwältigt, Schönfeld und Mosen gaben daraufhin auf. Kauffungen wurde eine Woche später auf dem Obermarkt zu Freiberg enthauptet. Die Stelle an die der abgeschlagene Kopf gerollt sein soll, ist heute mit einem blauen Pflasterstein gekennzeichnet. Eine Steinerne Nachbildung wurde am Erker des Rathauses angebracht mit der Ausrichtung der Augen auf diese Stelle.