Hermann Theodor Breithaupt
- geb. 27. April 1820 in Freiberg / verst. 21. September 1885 Freiberg
- >>Deutscher Geologe, Ingenieur und Patriot<<
Der Sohn des Akademieinspektors August Breithaupt und dessen Frau Agnes Ulrike, der Schwester des Metallurgen Kurt Alexander Winkler, war nach dem Besuch der Rochlitzer Schule und des Gymnasiums in Freiberg von 1836 bis 1840 an der Bergakademie Freiberg immatrikuliert. Nach Schichtmeistertätigkeiten im Freiberger Bergbau erhielt Breithaupt seine Berufung an das hiesige Bergamt. 1843 sah der Techniker Breithaupt seine neue Aufgabe im entstehenden Eisenbahnwesen und wirkte an der Errichtung der Eisenbahnstrecke von Werdau nach Crimmitschau mit. Nach der Fertigstellung der Bahn erhielt Breithaupt eine Anstellung als technischer Stadtrat in Zwickau.
1847 heiratete Breithaupt die Freiberger Kaufmannstochter Clementine Braun. Breithaupt war ein leidenschaftlicher Patriot und Anhänger der Vormärzbewegung. Als Redner trat er auf zahlreichen Veranstaltungen für die Schaffung eines einheitlichen deutschen Staates auf. 1848 zählte er zu den führenden Persönlichkeiten der Märzrevolution in Sachsen. Wegen seines Aufrufes und der Beteiligung an den Kämpfen der Burschenschaft Allemannia wurde ihm 1849, zusammen mit Friedrich Wilhelm Gottschalk und Gustav Anton Zeuner, der Prozess gemacht. 20 Jahre Zuchthaus ersten Grades hieß das Urteil das später durch einen Gnadenerlass von Friedrich August II auf eine Zuchthausstrafe zweiten Grades gemildert wurde. Nachdem Breithaupt gemeinsam mit Mördern im Zuchthaus Waldheim zum Kämmen von Wolle herangezogen worden war, erreichte sein Vater durch den Einsatz des belgischen Königs Leopold I. des Prinzgemahls Albert und des Fürsten Heinrich XX. von Reuß-Greiz einen vollständigen Freispruch.
Für den ehemaligen Märzrevolutionär Breithaupt, war nun jedoch in Sachsen keine berufliche Perspektive mehr gegeben. Auch eine Anstellung als Leiter eines Silberbergwerkes im badischen Schappach war nur von kurzer Dauer und er wurde des Landes verwiesen. Nach seiner Auswanderung folgten berufliche Angebote in Amerika, Spanien, Serbien und Portugal. Beim Ausbruch der Choleraepidemie in der andalusischen Provinz Almeria erkrankte er 1855 und verlor seine Frau. Seit 1857 lebte er in zweiter Ehe mit Ida Becker, einer Apothekerstochter aus dem schweizerischen Schöftland.
Die Reichsreinigung von 1871 bewog ihn dann zu einer Rückkehr nach Deutschland, da er nun seinen Traum eines einigen Vaterlandes verwirklicht sah. Er engagierte sich in seiner Heimatstadt Freiberg vielfältig, war Stadtverordneter, Friedensrichter und Vorsteher des Gewerbevereins. In dem von seinem Vater gegründeten >>Erzgebirgischen Steinkohlen-Aktienverein<< wurde Breithaupt zum Mitglied des Direktoriums berufen. Am 21. September 1885 verstarb Breithaupt mit 65 Jahren in seiner Heimatstadt Freiberg. Der Entdecker des Germaniums, Clemens Winkler, war sein Cousin.