Ferdinand August Bebel
- geb. 22. Februar 1840 in Köln-Deutz / verst. 13. August 1913 in Passugg (Schweiz)
- >>Führer der Arbeiterbewegung, sozialistischer Politiker und Mitbegründer der SPD<<

- Ferdinand August Bebel
Ferdinand August Bebel wurde in ärmlichen Verhältnissen als Sohn der Unteroffiziers Johann Gottlob Bebel und dessen Frau Wilhelmine Johanna Bebel geb. Simon in Köln-Deutz geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters, der 1844 mit 35 Jahren der Lungentuberkulose erlag, heiratete seine Mutter dessen Zwillingsbruder, der jedoch ebenfalls nach zwei Jahren verstarb. Auch Augusts Geschwister starben früh. Da die verwitwete Mutter keine Pensionsansprüche hatte, übersiedelte sie verarmt zu ihrer Familie nach Wetzlar, wo August mit Hilfe einer wohltätigen Stiftung die Volksschule besuchen konnte. Von 1854 bis 1857 lernte er hier auch das Drechslerhandwerk.
Nach Gesellen- und Wanderjahren ließ er sich 1860 in Leipzig nieder, wo er in der bürgerlichen Bildungsvereinsbewegung Fuß fasste. 1866 gründete er zusammen mit Wilhelm Liebknecht die radikaldemokratische Sächsische Volkspartei und 1869 ebenfalls mit Liebknecht die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP). 1872 wurde er im Leipziger Hochverratsprozess (einem Schauprozess) zu zwei Jahren Festungshaft und wegen Majestätsbeleidigung zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Nach seiner Haft war er 1875 maßgeblich an der Vereinigung mit dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (Ferdinand Lassalle) zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) beteiligt.
Nach seiner Ausweisung aus Leipzig aufgrund des Sozialistengesetzes als sozialdemokratischer Agitator ließ sich Bebel in Borsdorf bei Leipzig nieder. Bis 1889 war er geschäftlich für den Vertrieb seiner Leipziger Drechslereiwaren-firma tätig. Die Geschäftsreisen im ganzen Reich verband er mit seiner Parteiarbeit. Auch unter dem Sozialistengesetz wurde Bebel zu Gefängnisstrafen verurteilt, 1883 zu vier Monaten und 1886 im Freiberger Geheimbundprozess zu neun Monaten Gefängnis.
August Bebel war nach dem Tod von Wilhelm Liebknecht am 07. August 1900 zusammen mit Paul Singer Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und von 1871 bis 1913 Mitglied des Reichstages (ausgenommen 1882-1883). Am 13. August 1913 starb er in Passugg in der Schweiz während eines Sanathoriumaufenthaltes an Herzversagen. Er wurde in Zürich, wo auch seine Tochter lebte, beigesetzt. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Sihlfeld.