Die Nikolaikirche

Im Volksmund gibt es ein Rätsel:

Wo treffen Himmel, Hölle und Teufelskapelle zusammen?

Antwort

Am Buttermarkt! Mit >>Himmel<< ist die alte Nikolaikirche gemeint, >>Hölle<< hieß ein seit 1579 bestehendes Brau- und Malzhaus an der Aschegasse, welches später eine gern besuchte Bergmannsstätte war und als >>Teufelskapelle<< wurde das Stadttheater bezeichnet.

Die Kirche

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Die planmäßig seit 1181 um die Nikolaikirche angelegte Siedlung war vorwiegend von Handwerkern und Händlern bewohnt. Der Kirchenbau vollzog sich von 1185 bis 1190, somit ist die Nikolaikirche die zweitälteste Kirche in Freiberg.

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Elemente des romanischen Stils sind noch an den Westtürmen erkennbar. Die romanischen Schallarkaden stammen aus dem 13. Jahrhundert. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde das Gebäude als spätgotische Hallenkirche im Langhaus vergrößert. 1630 erfolgte eine Aufstockung der Westtürme. Den barocken Um- und Ausbau um 1750/53 leitete Christoph Knöffel (1686 - 1752) und Ratsbaumeister Johann Gottlieb Ohndorf 1710 - 1759). Aus dieser Zeit stammt auch der Hochaltar von G. Stecher mit dem Altarbild von C.W.E. Dietrich. Der Guß für die große Glocke im Südturm erfolgte 1487 in der berühmten Werkstatt Hilliger. Hier in der Nikolaikirche wurde 1533 erstmals in Freiberg ein Abendmahl in beiderlei Gestalt den Gläubigen gereicht.

Bild: Altar
Der Altar in der Nikolaikirche

Nachdem das Gebäude von der Kirchenverwaltung an die Stadt abgegeben wurde, diente es dem Theater als Lagerstätte.

Wo ist die Orgel?

Bild: Orgel in Nikolaikirche Wismar
Das vom Leipziger Orgelbauer Johann Gottlob Mende 1842-1845 geschaffene Orgelwerk erklang ursprünglich in der Freiberger Nikolaikirche, steht aber jetzt in der Nikolaikirche in Wismar.

War eine einmal in der Kirche; wenn ja, wo ist sie hin?

Die Frage ist schnelle beantwortet, denn in der Nikolaikirche befand sich, wie in jeder anderen Freiberger Kirche auch, ein solches Instrument. Es war keine Silbermannorgel sondern ein Werk des Orgelbauers Johann Gottlob Mende. Mende wirkte zunächst in Leipzig, wo er nicht nur die Bach'sche Orgel in der Thomaskirche renovierte, sondern auch mit dem Neubau der Orgel in der Universitätskirche betraut wurde. 1840 - 1843 baute er an diesem Instrument und schuf damit nicht nur sein größtes Werk, sondern auch die damals größte Orgel in Sachsen.

1845 baute er die Orgel in der Freiberger Nikolaikirche. Der heute noch in der Kirche befindliche Prospekt hält sich an die Schule SILBERMANNs, hat jedoch weniger kleinere Zwischenfelder.

Bild: Leere Orgel
Leere Orgel heute in der Nikolaikirche

Mit dem Verkauf der Kirche 1976 seitens der Landeskirche an die Stadt Freiberg für rund 36.000 DDR-Mark war die Frage nach der Weiternutzung des Tasteninstrumentens nicht mehr offen, denn diese war zuvor an die evang. Nikolaikirche in Wismar verkauft wurden. Ihr Umzug dahin war nicht unproblematisch, da das Instrument in einen anderen - ebenfalls historische Prospekt einordnen mußte. Seitdem ist Freibergs Nikolaikirche "orgelfrei", was auch einige Zeit noch so bleiben dürfte. Erste Überlegungen zu einem neuen Instrument sind im Gange und werden hauptsächlich vom "Förderverein Nikolaikirche" initiiert.

Vermietung

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Kirche vor der Reko

Die Tagungs- und Konzerthalle kann für verschiedene Veranstaltungen gemietet werden. Auskunft erteilt das Kulturamt der Stadtverwaltung Freiberg.

Ansprechpartner:
Stadtverwaltung Freiberg, Kulturamt
Telefon: (03731) 273180, 273181, 273182

Kartenvorverkauf:

Adresse:
Besucherservice der Mittelsächsischen Theater- und Philharmonie GmbH
09599 Freiberg
Borngasse 1
Telefon: (03731) 358234
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 10.00 bis 17.30 Uhr
Samstag: 10.00 bis 12.00 Uhr