Der Dom St. Marien

- Dom vom Untermarkt aus
Der Dom St. Marien ist eine evangelisch-lutherische Kirche. Um 1180 entstand in dem noch jungen, durch Silberfunde sich schnell entwickelnden Ort Freiberg, die romanische Basilika "Unserer Lieben Frauen". Die Pfarrkirche erhielt mit der spätromanischen Triumphkreuzgruppe, auch Kreuzigungsgruppe genannt (um 1225), und der Goldenen Pforte (um 1230) schon frühzeitig zwei sehr bedeutende, noch heute erhaltene Kunstwerke. Im Jahre 1480 erhob Papst Sixtus IV. die Pfarrkirche zum Kollegiatstift und damit zum Dom. Jedoch schon nach nur 57 Jahren wurde das Kollegiatstift im Zuge der Reformation in Sachsen aufgelöst.

- Eingang zum Friedhof
Der Chor fungierte seit 1541 als Grablege für 9 sächsische Fürsten, die erst mit dem Übertritt August des Starken zum katholischen Glauben endet. Beachtenswert ist das mächtige Moritzmonument, zu Ehren Moritz von Sachsen. Er errang durch seine Dienste für den Kaiser die Kurwürde für Sachsen. Auch er liegt im Freiberger Dom begraben.

- Blick von unten zur Uhr
Den Boden des Chores bilden zahlreiche, kunstvoll gefertigte Messing-Grabplatten. Die Wand ist mit einer Fülle an Epitaphen und Plastiken des Fürstenhauses geschmückt. Beeindruckend ist die Deckengestaltung aus Malerei und Plastik im Stile des italienischen Manierismus. Den Übergang zwischen Wandgestaltung und Decke bilden eine Vielzahl an musizierenden Engeln auf dem obersten Sims der Epitapharchitektur.
Die Kirche wurde während eines großen Stadtbrandes 1484 fast völlig zerstört. Triumphkreuzgruppe, Goldene Pforte und Teile des Chores blieben erhalten. An gleicher Stelle erfolgte der Neuaufbau des Domes St. Marien als dreischiffige spätgotische Hallenkirche. Bemerkenswert ist das Vorhandensein von zwei nebeneinanderstehenden Kanzeln im Mittelschiff. Zum einen die freistehende, etwa aus dem Jahre 1505 stammende Tulpenkanzel von dem Meister H.W. (eine lange Zeit angenommene Identifizierung mit Hans Witten wird in jüngerer Zeit wieder in Frage gestellt) und zum anderen die Bergmannskanzel von 1638.

- Bild Links: Seitenwand, Bild Rechts: Turm
Die Goldene Pforte

- Goldene Pforte
Die Goldene Pforte im Freiberger Dom ist ein spätromanisches, um 1230 geschaffenes Rundbogen-Sandsteinportal an der Südseite des Domes. Skulpturen und reich verzierte Säulen sind den Gewänden abwechselnd eingestellt. Ursprünglich wiesen sie eine reiche farbige Fassung auf. Zum Schutz des Portals vor Umwelteinflüssen wurde 1902/03 ein Vorbau errichtet.
Die Silbermann-Orgel

- Silbermannorgel
Für Orgelliebhaber ist vor allem die große Orgel von Gottfried Silbermann mit ihrem wunderbaren Klangbild ein Anziehungspunkt. Sie besitzt 3 Manuale, 44 Register und 2574 Pfeifen. Ihr gegenüber befindet sich eine zweite, kleine Silbermannorgel (aus der St. Johannis Kirche), die sich jedoch nicht hinter ihrer großen Schwester verstecken braucht.
Die Tulpenkanzel

- Tulpenkanzel
Eine großartige Schöpfung ist H. W. (wohl Hans Witten, geb. um 1470, gest. nach 1522) um 1505 mit der Tulpenkanzel aus Tuffstein gelungen. Die Diskussion, ob ein Schatzbaum oder ein Tulpe (die zu jener Zeit in unseren Landen noch unbekannt war!) dargestellt wurde, hat lange Zeit Fachleute und Besucher bewegt. Sie gleicht wirklich einer kolossalen Tulipane, einem aloeartigen Gewächs. Ihren Kelch schmücken Büsten der frühchristlich-römischen Kirchenväter Augustin als Bischof, Gregor als Papst, Ambrosius als Erzbischof und Hieronymus als Kardinal. Der bärtige Mann am Fuße der Treppe, von Löwen umgeben, könnte Daniel, der Schutzpatron der Bergleute sein.
Die Bergmannskanzel

- Bergmannskanzel
Die benachbarte Bergmannskanzel ist ein Stiftung des Bürgermeisters Jonas Schönlebe (1582 - 1658), der hohen Anteil an der Verteidigung Freibergs während des Dreißigjährigen Krieges hatte. Die Abbildung zeigt ihn und seine Frau knieend vor dem gekreuzigten Jesus. Je ein Bergmann tragen Korb und Treppe der Kanzel, an ihr ist der Leidensweg Jesu dargestellt.
Das Moritzmonument

- Moritzmonument
Imponierend erhebt sich der Kenotaph des Kurfürsten Moritz, des ersten Freigrabes der Renaissance in Sachsen. Als Statue kniet er der 1553 in der Schlacht bei Sievershausen gefallene Kurfürst in seiner Rüstung mit dem Kurschwert vor einem Kruzifix. Am zweigeschossigen Denkmal informieren Tafel über Moritz' Leben und weisen auf seine Verdienste für Kaiser und Reich. Bildhauer Antonius van Zerroen hat den Kenotaph im Auftrage von Kurfürst August in Antwerpen geschaffen, um 1563 langte er in Freiberg an. Der Meister hatte schwarzen Marmor und weißen Alabaster mit verarbeitet.
Die Sensation
Bei Restaurierungsarbeiten am Gewölbe bot sich die Gelegenheit, die Engel und ihre Instrumente in zwölf Meter Höhe einmal etwas genauer anzuschauen und tatsächlich machten die Musikexperten dabei einen sensationellen und weltweit einmaligen Fund.
Unter einer dicken Schicht Goldbronze fand man tatsächlich originale Musikinstrumente aus dem ausgehenden 16. Jahrhundert. Weltweit existiert kein Instrumentenensemble aus dieser Zeit; nur von Abbildungen auf Gemälden und Zeichnungen sind sie bekannt. Zu den dreißig im Freiberger Dom als Originale erhaltenen Musikinstrumenten zählen jeweils eine Violino piccolo, Violone, Viola, je zwei Bässe in Violoncellogröße, krumme und gerade Zinken, drei Harfen, zwei Schalmeien, vier Lauten und Cistern sowie Attrappen von Schellentrommeln und Triangeln. Sie stammen alle aus Freiberger Werkstätten und wurden um 1597 im zur Begräbnisstätte umgebauten Freiberger Domchor angebracht.
Ein Forschungsprojekt des Musikinstrumenten-Museum der Universität Leipzig nahm sich der einzigartigen Aufgabe an, diese Instrumente zu untersuchen. Zwanzig Institutionen, darunter Museen, Forschungslabore und Hochschuleinrichtungen, nahmen an diesem umfangreichen Projekt teil, für Detailfragen wurden ausgewiesene Spezialisten herangezogen.
Möglich war der Nachbau der Musikinstrumente anlässlich der 2. Sächsischen Landesausstellung, die durch die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden vorbereitet und vom 24. Mai bis 10. Oktober 2004 in Torgau auf Schloss Hartenfels zu sehen waren. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Leipziger Sparkasse stellten hierfür die Mittel zur Verfügung.
Kontakt
- Kontakt:
- Dom St. Marien
Untermarkt 1
09599 Freiberg
Telefon: 0 37 31/ 2 25 98
Fax: 0 37 31/ 30 09 43
Reguläre Führungen
| Führungszeiten | Mai bis Oktober | November bis April |
|---|---|---|
| Montag / Dienstag | 10:00 Uhr; 11:00 Uhr; 14:00 Uhr;15:00 Uhr; 16:00 Uhr | 11:00 Uhr; 14:00 Uhr; 15:00 Uhr |
| Mittwoch | 10:00 Uhr; 11:00 Uhr; 14:00 Uhr;15:00 Uhr; 16:00 Uhr | 11:00 Uhr; 14:00 Uhr; 15:00 Uhr |
| Donnerstag bis Samstag | 10:00 Uhr; 11:00 Uhr; 14:00 Uhr;15:00 Uhr; 16:00 Uhr | 11:00 Uhr; 14:00 Uhr; 15:00 Uhr |
| Sonn- und kirchliche Feiertage | 11:30 Uhr; 11:00 Uhr; 14:00 Uhr; 15:00 Uhr; 16:00 Uhr | 11:30 Uhr; 14:00 Uhr; 15:00 Uhr |
Zu den unterstrichenen Führungen wird in der Regel die große Silbermannorgel gespielt. Es besteht aber kein Rechtsanspruch darauf. Ab ca. 25 Personen besteht die Möglichkeit, auch zu den übrigen Führungen das Orgelspiel dazu zu bestellen. Bei Gruppen ab 15 Personen bitten wir um Anmeldung. Bitte rufen Sie uns an.
- Preise:
- Die Ermäßigung wird für Schüler, Studenten und Schwerbehinderte gewährt. Eine Ermäßigung für Rentner gibt es nicht. Auch eine Dombesichtigung ohne Führung ist möglich. Die Eintrittspreise sind die gleichen wie bei einer Führung ohne Orgel.
| Führungspreise | ohne Orgel | mit Orgel |
|---|---|---|
| Erwachsene | 2,50 € | 3,50 € |
| Ermäßigte | 2,00 € | 2,50 € |
| Familienkarte | 7,00 € | 9,50 € |
| Fotoerlaubnis | 2,00 € | 2,00 € |
Die Fotoerlaubnis gestattet nur das Fotografieren ohne Blitz und ohne Stativ. Bitte beachten Sie, dass Ton- oder Videoaufnahmen im Dom nicht erlaubt sind. Unser Verkaufspersonal im Besucherraum hält jedoch eine große Auswahl an Postkarten, Büchern, Bildbänden, CD's und mehr für Sie bereit.
- Sonderführungen:
- Vor und nach den regulären Führungszeiten, also auch abends, können Sonderführungen, wahlweise mit oder ohne Orgelspiel, bestellt werden. Wir bitten in jedem Fall um Anmeldung. Bitte rufen Sie uns an.
| Führungspreise | ohne Orgel | mit Orgel |
|---|---|---|
| Erwachsene | 3,50 € | 5,00 € |
| Ermäßigte | 3,00 € | 4,00 € |
| Mindestpreis | 30,00 € | 50,00 € |
Spezielle Orgelführungen sind ebenfalls möglich, müssen aber mit Herrn KMD Skobowsky vereinbart werden.
| Mai bis Oktober | 9:30 Uhr bis 12:30 Uhr und 13:30 bis 17:00 Uhr |
| November bis April | 10:30 bis 12:30 Uhr und 13:30 Uhr bis 16:00 Uhr |