Geschichte Freibergs im 20. Jahrhundert

1900
Fertigstellung des Freiberger Elektrizitätswerkes. Die Einwohnerzahl beträgt 30. 176!
1902-1919
Zwischen 1902 und 1919 verkehrte in Freiberg die Freiberger Straßenbahn (Spurweite 1.000 mm).
1903
Die Bergakademie verleiht den Grad eines Dip. Ing., ab 1905, bzw. 1920, zunächst in Verbindung mit der TU Dresden, den Titel eines Dr.-Ing. Bau einer Aufführungshalle für die Domfestspiele am Wernerplatz. Eröffnung der Katholischen Schule am Mühlgraben und der III. Bürgerschule.
1905
Königshuldigung für Friedrich August III. am Obermarkt unter Teilnahme von 1. 700 Berg- und Hüttenleuten.
1904
Inbetriebnahme der Wasserleitung aus dem Gimmlitztal. Bis zu dieser Zeit erfolgte die Wasserversorgung nur aus örtlichen Quellen an zentralen Druckständern und laufenden Brunnen.
1907
Bau des Wasserturms, durch den die Trinkwasserversorgung Freibergs deutlich verbessert wurde. Der Wasserturm ist 35m hoch und hat ein Fassungsvermögen von 100 m³. Eingemeindung von Freibergsdorf und Errichtung eines Bankgebäudes an der Postkreuzung.
1908
Eingemeindung von Friedeburg. Das III. Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 177 bezieht die neuerbaute König-Friedrich-August-Kaserne.
1910
Die Einwohnerzahl beträgt 36. 210, davon 17. 559 männl, 18. 651 weibl. 9. 271 Haushalte sind registriert. Errichtung eines Denkmals für Clemens Winkler auf dem Schloßplatz.
1914/18
Erster Weltkrieg. Auszug des Jägerbataillons 12 und des Infanterieregiments 182 ins Feld. Rationierung der Lebensmittel. Einführung der Brotmarken, ab 1916 der Fleisch- und Kartoffelmarken.
Am 24.12.1914 ging am Drei-Brüder-Schacht das erste Kavernenkraftwerke der Welt in Betrieb. Dieses war bis 1945 und von 1953 bis zum 10. Juli 1972 in Betrieb. Die Gesamtleistung der 4 betriebenen Turbinen betrug damals 2,4 Megawatt. Die seit 1168 gewonnene Menge Silber wird mit 5. 500 Tonnen geschätzt.
1916
Fertigstellung des Werner-Baus mit seinen Mineralogischen Sammlungen. Direktor des Mineralogischen Institutes ist Prof. Dr. F. Kolbeck (1884-1928
1916/17
Infolge von Mißernten verschlechtert sich die Ernährungslage. Der Winter geht als "Kohlrübenwinter" in die Geschichte ein.
1918
Im Dezember kehren die Truppen aus dem Feld zurück. 3.897 Offiziere und Soldaten sind gefallen oder gelten als vermißt.
1919
Am 12.10.1919 wurde das erste Semester der Freiberger Volkshochschule im Gymnasium Albertinum mit einer ersten Vortragsreihe zu den Themen:
  • * Weltanschauung und Glaubensfragen
  • * Kunst
  • * Deutsche Sprache
  • * Rechnen und Mathematik
  • * Naturwissenschaften und Technik
  • * Volkswirtschaft
  • * Gesundheitspflege
durch Professor Galli von der Bergakademie Freiberg eröffnet. Der erste Leiter der Volkshochschule Freiberg war Dr. Reinhard Liebe.
Nach der Stadtverordnetenwahl am 9.2. bilden 20 bürgerliche und 12 sozialdemokratische Abgeordnete den Stadtrat. Franz Kögler (1882-1939) erhält die Berufung als Direktor des Institutes für technische Mechanik, Baukunde und Materialprüfung. Übergabe des ab 1808 abgeteuften Schachtes Alte Elisabeth mit den Übertrageanlagen von 1848-1856 als Lehrgrube an die Bergakademie.
1921
Grundsteinlegung für das Braunkohleforschungsinstitut im Juli an der Leipziger Straße.
Gründung der Versuchsanlage "Reiche Zeche" für Schwelversuche.
1924
Erweiterung der Bergakademie Freiberg durch ein staatliches Braunkohlenforschungsinstitut - Direktor der Bergtechnischen Abteilung war Prof. Karl Kegel
1925
Ein neues Filmtheater, das "Stadtpark-Kino", wird für 830 Besucher eröffnet und 1929 läuft dort der 1. Tonfilm in Freiberg.
1930
Erweiterung und Umbennung des Freiberger Schwimmteiches in "Johannisbad".
Bau des Eisenhütten-Institutes an der Leipziger Straße.
Einweihung des Eisenhütten-Institutes an der Bergakademie. Freiberg hat 35. 778 Einwohner, davon sind 10. 835 arbeitslos!
1933
31. Januar Marsch der SA durch die Straßen der Stadt zum Obermarkt. Es folgt die Verhaftung von Antifaschisten.
Im Sommer Verbot aller Parteien außer der NSDAP.
1934
8. September: Erster Bauabschnitt (20 Siedlungshäuser) am "Sonnenrad" (Franz-Mehring-Platz)
1938
750-Jahrfeier der Bergstadt.
Am 8. November in der "Reichspogromnacht" richten sich auch in Freiberg politische Randale gegen die Läden jüdischer Bürger.
1939/45
Zweiter Weltkrieg.
1942
In Freiberg wurden sieben Arbeitslager für 830 Fremdarbeiter eingerichtet (Gedenktafel am Landratsamt).
1944
Einrichtung von Lazaretten in Schulen und in Kliniken. Bombenabwurf in der Bahnhofsvorstadt, 125 Tote.
1945
Einzug der Roten Armee, Oberbürgermeister Hartenstein übergibt die Stadt kampflos.
1946
Wiedereröffnung der Bergakademie Freiberg unter Anwesenheit von Generalleutnant Bokow.
Volkszählung: Am 29. Oktober hatte Freiberg 42.278 Einwohner.
1947
Freiberger werden im NKWD Lager Mühlberg interniert.
1948
Bildhauer Gottfried Kohl errichtet am Schloßberg das Denkmal "1848".
Gründung der Künstlervereinigung "Die Kaue".
Die Grube der Himmelfahrt wird an die Wismut AG übergeben.
1949
Gründung des Forschungsinstitutes für Nichteisenmetalle
Gründung des Laienorchesters "Collegium musicum", welches bis 1980 unter der Leitung von Günter Hertel stand.
Eröffnung der Kreispoliklinik.
Am Obermarkt entsteht am 21. Februar die erste Kaufstätte der HO.
1950
Prof. Rammler und Bilkenroth entwickeln den Braunkohlenhochtemperaturkoks.
Bild: TheaterDas Stadttheater wird wegen Brandgefahr geschlossen. Durch Umbau entsteht der Vorbau am Buttermarkt.
1951
Bildung der Bleierzgruben.
1952
Verwaltungsreform, Freiberg wird zum Bezirk Chemnitz zugeordnet. Beginn des Baues neuer Institute der Bergakademie.
Der erste Staatspräsident der DDR, Wilhelm Pieck, besucht Freiberg.
1953
Streik der Arbeiter in der Zinkhütte.
1954
Gründung des Forschungsinstitutes für Aufbereitung.
Clemens Winkler Bau (Chemische Institute) fertiggestellt.
Bau des Wasserwerkes an der Hegelstraße.
1956
Beginn der Wasserbergbebauung.
1957
Eingemeindung von Loßnitz und Lößnitz nach Freiberg.
Die Wasseraufbereitungsanlage Damaschkestraße wird in Betrieb genommen.
1958
Johanniskirche wurde durch den Bischof eingeweiht.
Am 28. Mai fallen die Lebensmittelkarten weg.
1959
Beginn der Restaurationsarbeiten am Dom.
Wissenschaftler Karl Kegel verstorben.
In Freiberg sind 4360 Kraftfahrzeuge zugelassen.
Am Neubaugebiet Wasserberg wird die Großblockbauweise eingeführt.
1960
Vertrag mit Partnerstadt Gentilly unterschrieben.
In Freiberg leben 47065 Menschen.
1961
Gründung des VEB Bergbau- und Hüttenkombinates.
1962
Produktionsbeginn in der Zinkhütte.
1963
Einführung des Selbstwählferndienstes bei der Post.
1965
Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke Dresden-Chemnitz (von 1953 bis 1990 Karl-Marx-Stadt). Am 24. September trifft der erste elektrisch angetriebene Zug in Freiberg ein.
1968
Stillegung des Bergbaus im Freiberger Revier.
Verbesserung der Trinkwasserversorgung in Freiberg durch des Bau der Trinkwassertalsperre Lichtenberg.
1969
am 29. Juni erblickt in der Frauenklinik auf der Clausallee Thomas Starke das Licht der Welt.
1970
Professor Anton Lissner verstorben.
1973
Ernst-Grube-Sporthalle am Wasserberg errichtet. Die Pulvermühle stellt die Schwarzpulverproduktion ein und baut die Fertigung pyrotechnischer Erzeugnisse aus.
1976
Schwimmhalle am Wasserberg eingeweiht.
1980
Einweihung des Wissenschaftlichen Informationszentrums "Georgius Agricola" der Bergakademie.
Im September übernimmt Henry Kirsten die seit 1914 im Familienbesitz befindliche Gaststätte "Letzter Dreier".
1985
Weihe des ersten Mormonentempels in Osteuropa. Zuvor nutzten Tausende Freiberger und Gäste die Möglichkeit zur Besichtung der Tempelanlagen.
1986
800-Jahrfeier der Stadt Freiberg (1. Bergstadtfest) mit einem historischen Festumzug und dem Aufmarsch der Berg- und Hüttenparade.
Bild: HammerwerkDer Freibergsdorfer Hammer wird als technisches Denkmal wiedereröffnet. Seit 1991 steht das Freibergsdorfer Hammerwerk auch der Öffentlichkeit zur Verfügung.
1986-91
Rekonstruktion des Stadttheaters nach Vorlagen von 1880. Die 84m² große Bühne wurde mit moderner Technik ausgestattet und erlaubt die Aufführung von Schauspiel, Oper, Operette und Musical.
1989
Demonstrationen gegen die SED und "runder Tisch" leiten auch in Freiberg die Wende ein.
1990
Freiberg hat 50896 Einwohner.
Erste demokratische Kommunalwahlen.
1991
Freiberg hat 49840 Einwohner.
Wiedereröffnung des Stadttheaters nach umfangreichen Rekonstruktionsarbeiten.
1992
Bergakademie wird Technische Universität.
1.Tag der Sachsen wird in Freiberg durchgeführt.
1994
Die Rockgruppe "Puhdys" feiert im Tivoli, dem Ort ihres ersten Auftrittes ihren 25. Geburtstag und pflanzt eine Eiche.
1997
Freiberg wird Große Kreis- und Universitätsstadt.
1999
Zum 250. Geburtstag von Abraham Gottlob Werner wurde sein Denkmal im Albertpark rekonstruiert.