Geschichte Freibergs im 16. Jahrhundert

um 1500
Errichtung der Drei Kreuze im Zusammenhang mit dem umfangreichen Bergbau südlich von Freiberg. Die Drei Kreuze als Zeichen des Kalvarienberges symbolisieren die Allgegenwart des Erlösers, Gottes Schutz und Segen für den Bergbau. Die Nachricht, an dieser Stelle seien im hohen Mittelalter drei Freiberger Ratsherren hingerichtet worden, ist eine Legende des 19. Jh.
1502
Burkart Dinstlinger beendet den Bau der großen Domorgel. Sie besteht aus 1198 Pfeifen und 14 Blaswerken.
1505
Erschient das Buch "Eyn wohlgeordnet und nützlich büchlein, wie man bergwerk suchen und finden soll" von Ulrich Rülein von Calw (geb.: 1465 in Calw; gest.: 1523 in Leipzig), die erste wissenschaftliche Abhandlung über Bergbau in Deutschland.
vor 1508 - 1510
Bild: TulpenkanzelDie Tulpenkanzel von Hans Witten wird im Dom errichtet. Der Dom hat als Besondere Ausnahme zwei Kanzeln die frei im Raum stehen. Die Bergmannskanzel und die Tulpenkanzel. Die Tulpenkanzel wird weder von einer Wand noch durch Pfeiler gestützt und so scheint es, als würde dieses Meisterwerk aus Tuffstein wie ein Blütenkelch mit 4 Stengeln aus dem Boden wachsen.
1505 - 39
Residenzstadt unter Herzog Heinrich, da der albertinische Herzog auf sein friesisches Erbe verzichtet. Dafür bekam er die Ämter Freiberg und Wolkenstein. Der Herzog Heinrich wohnte im Schloß Freudenstein unter recht bescheidenen Verhältnissen.
1508
Ulrich Rülein von Calw wurde Bürger von Freiberg und Ratsherr. 1514 bis 1519 regierender Bürgermeister.
1515
Beendigung der Innenausstattung des neuerbauten Domes. Zu den bedeutendsten Kunstwerken gehören die Apostelfiguren. Gründung der städtischen Lateinschule für Jungen durch Ulrich Rülein.
1520
Andreas Lorenz wird geboren. Er sowie Hanz Witten zählten zu den hervorragendsten Bildhauern der Renaissance in Freiberg. Andreas Lorenz stirbt 1588 oder 1589.
1521
Bild: Herzog Moritz von SachsenEinrichtung des Donatsfriedhofes.
Herzog Moritz wird als erster Sohn von Herzog Heinrich und seiner Frau Katharina wird in Freiberg geboren. 1541 übernimmt Herzog Moritz die Herrschaft über das Herzogtum Sachsen. 1547 erlangt er die Kurwürde. Moritz zählt zu den herausragendsten wettinischen Herrscherpersönlichkeiten überhaupt.
1524
Beginn der Aufzeichnung über die Silberförderung im Freiberger Revier.
1525
Johann, auch genannt der Beständige, regierte von 1525 - 1532.
1534
Albrecht Moller, der Goldschmied, fertigt im Auftrag der Freiberger Bergknappschaft die silbernen und teilvergoldeten Insignien Schlägel und Eisen. Sie werden von der Knappschaft bei festlichen Anlässen als Repräsentationsstücke genutzt.
1536
Einführung des Hüttenraiteramtes. Bestallung von Valten Alnpeck als obersten Hüttenaufsichtsbeamten. Freiberger Bergleute werden nach Norwegen gerufen um den dortigen Bergbau zu entwickeln.
1537
Erst nach der Einführung der Reformation im September 1573 wurde die städtische Lateinschule unter Rektor Rivius neu gegründet.
Erste evangelische Predigt im Dom durch Hofprediger Jakob Schenk.
1538
Eine städtischen Mädchenschule wird Gegründet.
1541
Der Dom war bis 1694 Begräbnisstätte der Wettiner.
1542
Gründung des Oberbergamtes
1545 / 1546
Bild: RenaissanceportalBau des städtischen Kaufhauses mit einem Renaissanceportal am Obermarkt durch Andreas Lorenz. Der Anbau des Saales erfolgt 1683 / 1687.
1546
Nach einer Reformation wird die Bergknappschaft Neuorganisiert. Die Landesherren werden Mitglieder der Knappschaft. Ein Steuerregister aller Freiberger Bürger wird angefertigt. Freiberg hat demnach 9228 Einwohner, von denen aber nur 1138 das Bürgerrecht besitzen.
1546 / 1547
Freiberg gerät in den Schmalkaldischen Krieges, in dem sich protestantische und katholische deutsche Fürsten gegenüberstehen. Herzog Moritz schließt sich der katholischen Partei an, wird vom Kaiser nach dem Krieg mit der sächsischen Kurwürde und Landbesitz belohnt.
1547
Erstmals werden die Drei Kreuze urkundlich erwähnt.
1550
Erste Druckerei ist nachgewiesen.
1553
Bild: Kurfürst August von SachsenAm 11. Juli 1553 starb Moritz von Sachsen in der Schlacht bei Sievershausen.
Kurfürst August von Sachsen übernimmt 1553-1586 die Herrschaft. Und setzt den kulturellen Aufstieg Sachsens fort.
1555
Auf Anweißung von Kurfürst August Gründung des Oberhüttenamtes. Dessen Aufgabe ist es anfangs die Festsetzung von Erzpreisen und die sachgerechte Bewertung der Erze.
1556
Kurfürst August lässt die Freiberger Münze nach Dresden verlegen. Damit schwächt er die Position Freibergs und stärkt seine eigene Stellung.
1557
Erster urkundlich belegbare Bergaufzug. Zu Ehren von Kurfürst August, Kurfürstin Anna und der Königinwitwe von Dänemark.
1557
Martin Planer Bergmeister in Freiberg. Unter seiner Leitung entstand der Bau von Kunstgezeugen, Kunstgräben und Kunstteichen.
1566 - 1579
Burg Freudenstein wird in das Renaissanceschloss Schloss Freudenstein umgebaut unter Leitung des Landbaumeisters Hans Irmisch und der Oberaufsicht des florentinischen Archikekten R. von Lynar.
1582
Bild: RatsapothekeErste Apotheke am Obermarkt (Ratsapotheke)
1585
Einführung höherer Schachtöfen im Freiberger Hüttenwesen durch Hüttenraiter Barthel Köhler.
1588
Nach Entwürfen des Italieners Giovanni Nosseni wird der Domchor bis 1594 zur repräsentativen Begräbnisstätte der Wettiner umgebaut.