Geschichte Freibergs im 14. Jahrhundert

1307
Tod von Diezmann, Markgraf der Lausitz. Er wurde in der Leipziger Thomaskirche während einer Messe erstochen. Heute erinnert an diesem Ort ein Sandsteinkenothaph an diese Tat. Diezmann (geb.: 1260 gest.:10.12.1307) Regierte von 1288 - 1307.
31.5.1307
Schlacht bei Lucka (Nähe Altenberg). Letzter Versuch das wettinische Territorialfürstentum zu verdrängen. Dieser letzte droße Versuch des Königtums ist gescheitert. Mehrere Monate später gelangte Markgraf Friedrich I. (der Freidige; geb.: 1257 gest.: 16.11.1324 in Eisenach) wieder in den Besitz Freibergs.
ab 1307
Erste Niederschrift des Freiberger Bergrechts (Kodex A).
1309
Bild: KaufhausErstmals wird die bedeutendste und vornehmste Einkaufsstätte der Stadt Freiberg genannt. Das Kaufhaus auf der Peterstraße.
1312
Markgraf Friedrich I. (reg. 1307 - 1324) mußte eine schwere Niederlage einstecken. Er verpfändet die Stadt und das Haus Freiberg mit der Münze, Zoll, Schloß und den 200 Mark, welche die Bürger jährlich zu geben haben, sowie das Gericht in der Stadt und auf dem Land, an Heinrich Knut. Das Bergwerk ist von der Verpfändung ausgenommen.
1317
Erst der Friede zu Magdeburg setzte Friedrich I. wieder in den Besitz Freibergs.
1328
Markgraf Friedrich I. erlässt eine Bergwerksordnung und Instruktion für den Bergmeister von Freiberg, nach dem der Bergmeister für alle Bergbautreibenden in der Markgrafschaft zuständig ist. Damit werden die ersten Grundsteine für die spätere Bedeutung Freibergs als Berghauptstadt des Landes gelegt.
1336
Markgraf Friedrich II. verkauft den Freiberger Zoll mit allen Rechten einschließlich der Erhebung von Buß - Strafgeldern für 800 Schocken Prager Groschen an die Brüder Friedrich und Reinhard von Honsberg. Die umfassende Zollfreiheit der Freiberger Bürger gilt nur noch für solche Güter, die die Bürger selbst verbrauchen. Auf fremden Märkten gekaufte Tuche müssen verzollt werden.
1338 / 39
Erste Prägung der breiten Groschen in Freiberg.
1346 - 1375
Zweite Niederschrift des Freiberger Bergrechts (Kodex B).
1360
Die Markgrafen, die hoch verschuldet sind, verpachten die Freiberger Münze an ständig wechselnde Konsortien. Zur Sicherheit überlassen die Landesherren den Münzpächtern die Einkünfte des städtischen Gerichts und das Urbar der Bürger. 1362 greifen die Markgrafen noch stärker auf die Ratswahlordnung ein, in dem sie den Münzmeistern auch die Wahl und Einsetzung der Ratsleute gestatten und sich nur noch deren Bestätigung vorbehalten.
1365
Einführung des Martinimarktes, mit dem in Freiberg jährlich zwei Jahrmärkte abgehalten werden.
1375
Freiberg wird von einem großen Stadtbrand heimgesucht. Nur wenige Jahre später, 1386, brennen wiederum große Teile der Stadt mit dem Rathaus und fast alle Kirchen ab. Die Markgrafen verzichten daraufhin für 12 Jahre auf die städtischen Steuern und befreien die Stadt von der Heeresfolge.
1379 / 1380
In der Freiberger Ratslinie werden nach den amtierenden Ratsherren die Repräsentanten der Innungen (rectores manualium) verzeichnet. Darin kommt die wachsende Bedeutung des Handwerks zum Ausdruck. Im 13. Jh. gibt es in Freiberg 6 Innungen, die der Bäcker, Fleischer, Schuhmacher, Gerber, Schneider und Krämer-Gewandschneider. Im 14. Jh. konstituieren sich 3 weitere Innungen, die der Schmiede, Kürschner und Weißgräber.
1381
Freiberg hat für kurze Zeit fünf Stadtherren: Baltasar, Wilhelm I., Friedrich IV., Wilhelm II. und Georg. Trotz häufiger dynastischer Teilungen des Landes bleibt die Bergstadt wegen ihres hohen ökonomischen und politischen Stellenwertes stets in gemeinsamem Besitz der wettinischen Fürsten.
1384
Kauften die Wettiner den Freiberger Hauptstollen trotz eigener Schwierigkeiten frei.
1392
Auf Verordnung des Rates wird die Freiberger Stadtmauer zwischen dem Meißnischen und dem Erbischen Tor bis 1395 verstärkt und erweitert.